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Google bewirbt eigene Produkte auf Google Adwords
von SEMatze | 8. March 2008
Eigentlich ist es ja keine Neuigkeit mehr, dass Google eigene Produkte über Google Adwords bewirbt. Gerade in den USA kursiert das Thema schon seit langem durch die Blogosphäre, aber auch hier in Deutschland haben schon einige Screenshots die Runde gemacht. Mich hat das Thema jedoch bis dato relativ wenig interessiert. Nachdem ich dann heute allerdings nach diversen Suchbegriffen aus den verschiedensten Branchen, gegoogelt habe, war ich doch etwas überrascht, dass Google inzwischen auf so viele Keywords eigene Google Adwords Kampagnen schaltet. Im Endeffekt habe ich Adwords Anzeigen zur Bewerbung von Googles eigenen Produkten auf sämtlichen Keywords zum Thema Kleinanzeigenmarkt entdeckt. Hier ein paar Beispiele:
immobilien inserieren, möbel inserieren, kinderwagen inserieren, haustiere inserieren, auto inserieren, kleinanzeigen, singleanzeigen
Einer der gefundenen Anzeigen sah dann so aus:
Aus Googles Sicht macht das auch absolut Sinn. Produkte wie Google Adwords, Google Maps und Lokale (Adwords) Anzeigen eignen sich schließlich ideal für den Kleinanzeigenmarkt und das damit eng verbundene Local Targeting bzw. Local Search. Und nachdem Google schließlich mit der Werbeplattform Google Adwords das meiste Geld verdient ist es deren gutes Recht dieses Produkt auch dem Kunden gegenüber zu bewerben.
Allerdings dürften gerade Unternehmen wie Local24, Kijiji und dhd24, die sich auf Kleinanzeigenmärkte im Internet spezialisiert haben, wenig begeistert von dieser Entwicklung sein. Im Endeffekt stellt sich aber auch für alle anderen Adwords Werbekunden die Frage in wieweit sich Google hier an die eigenen Spielregeln hält und wettbewerbskonform vorgeht.
Die erste Frage die sich mir stellt betrifft den monetären Aspekt. Zahlt Google den üblichen Marktpreis für den Klick auf die eigenen Werbeanzeigen oder gibt es einen internen Best Practice Funding Rabatt?
Dass man generell dafür bezahlt möchte ich gar nicht bezweifeln. Trotzdem: Wie und vor allem wer bzw. welche neutrale Instanz soll denn bitte in der Lage sein objektiv zu überprüfen ob Google sich selbst den üblichen Marktpreis zahlt, und sich keinen monetären Vorteil verschafft, wo doch hinter der Ermittlung des tatsächlich zu zahlenden Klickpreises ein Auktionsmodell mit einem geheimen Qualitätsalgorithmus steckt? Also wenn Google hierzu Wirtschaftsprüfern Einblicke in das geheime Adwordssystem gewährt, dann muss ich doch nochmal umschulen.
Wo wir gerade vom Google Adwords Qualitätsfaktor (QS) reden, wie sieht es denn eigentlich hiermit aus? Bedient man sich hierbei interner Information, die dem externen Kunden nicht zur Verfügung stehen oder tappt der zuständige Google Account Manager genau so viel (oder wenig) “im Dunkeln”, was den Quality Score seiner Kampagnen betrifft, wie der normale Adwords-Kunde?
Also bei der Betrachtung der Anzeigen, die derzeit von Google geschaltet werden, glaube ich fast man tappt wirklich genau so “im Dunkeln” wie der normale Werbekunde.
Oder man hat sich schlicht und einfach keine großen Gedanken zur Optimierung von Anzeigentext und Landing Page gemacht.
Egal welchen der oben genannten Suchbegriffe man googlet, man bekommt immer den gleichen Text und die gleiche Zielseite ausgeliefert. Dabei dürfte doch inzwischen allseits bekannt sein dass ein individuell auf das jeweilige Keyword zugeschnittener Ad Text und die darauffolgende, auf das Keyword angepasste Zielseite von Google bei der Betrachtung des QS honoriert wird, dagegen verallgemeinerte Lösungen eher mit einem Punktabzug in der B-Note “bestraft” werden. Außerdem munkelt man dass auf den Suchbegriff optimierte Adwords Kampagnen besser konvertieren sollen.
Sei es drumm. Ich könnte jetzt noch ewig weiter fragen:
- Bedient sich Google bei der Erstellung der Keywordlisten interner Keyworddatenbanken mit Suchanfragehistorien?
- Warum stand bei meiner Recherche die Google Anzeige seltsamerweise immer rechts oben an erster Stelle? Liegt das am aktivierten Positionsgebot? Wenn ja, warum dann ausgerechnet diese Position? Konvertiert die überdurchschnittlich gut?
… und so weiter … und so weiter …
Fakt ist auf jeden Fall, dass sich Kleinanzeigenanbieter wie Local24 & Co. warm anziehen dürfen falls Google seine Aktivitäten dahingehend ausbauen sollte. Verübeln kann man es Google aber wirklich nicht. Schließlich sind die Google Produkte Adwords, Maps, Local Ads, etc. in der Tat ideale Medien für das Bewerben von Kleinanzeigen jeglicher Art. Und außerdem ist Adwords ja auch ein geiles Produkt. Wer von uns würde es nicht nutzen wenn es ihm auch noch selber gehören würde
In diesem Sinne noch einen schönen Abend.
SEMatze
Topics: Google News |



Am 8. March 2008 um 23:03 Uhr
kurze frage zu deinem screenshot.
Google hat in Textzeile 1 und 2 eine Ausrufezeichen am Ende der Zeile. Ist nicht nur eines im Beschreibungstext möglich?
Am 9. March 2008 um 00:03 Uhr
Hi Marc,
genau das gleiche habe ich mich auch schon gefragt. Ich habe schon an meinem eigenen Verstand gezweifelt und mich dann gefragt ob ich mir das nur einbilde oder ob das laut Adwords Richtlinien nicht doch so war dass nur ein Fragezeigen im Text erlaubt ist. Guter Punkt. Weißt du was, ich lade gleich mal einen Googler Kollegen von mir zu dieser Diskussion ein. Dann soll der uns doch mal erklären wie das möglich ist
Mal gespannt wann und was er antwortet.
Gruß, SEMatze
Am 10. March 2008 um 12:05 Uhr
Hallo zusammen,
genau das stimmt! In beiden Zeilen ist insgesamt nur ein Ausrufezeichen erlaubt. Die Anzeige lief wohl kurze Zeit, bevor die Anzeige durch die manuelle Überprüfung abgelehnt wurde!
Kommt leider ab und zu vor, dass Anzeigen kurze Zeit laufen obwohl sie nicht konform mit den Richtlinien sind und dann erst bei der manuellen Überprüfung bemerkt werden.
Berühmtestes Beispiel sind wohl die ASCII Anzeigen die von Sixt anscheinend für ganz kurze Zeit liefen.
Gruß, stefan